Dies ist der erste Beitrag einer Blogreihe, in welcher ich euch offen und ehrlich persönliche Einblicke in meine Vorbereitung auf meinen bisher größten sportlichen Wettkampf geben möchte – meine erste Triathlon Langdistanz. Das Rennen: Die Challenge Roth. Ich werde euch auf meinen Weg voller Höhen und Tiefen mitnehmen und diese stets auch aus einer (sport)psychologischen Perspektive betrachten und einordnen.
TRIATHLON LANGDISTANZ & CHALLENGE ROTH – WAS IST DAS ÜBERHAUPT?
Den Triathlet:innen unter euch muss ich nicht mehr erklären, was es mit der Challenge Roth auf sich hat. Ihr könnt den folgenden Absatz gerne überspringen. Für all diejenigen, die nicht wissen, um was es bei meinem sportlichen Ziel geht: Am 07. Juli 2024 findet die Challenge Roth statt, also eine Triathlon Langdistanz. Triathlon besteht aus der Aneinanderreihung von drei Sportarten – Schwimmen, Radfahren und Laufen. Hierbei sind je nach Rennformat verschiedene Strecken zurückzulegen und bei der Langdistanz haben die Strecken folgende Distanzen: 3.8km Schwimmen, gefolgt von 180km Radfahren und einem abschließenden Marathon (42.2km), also Laufen. Ganz schön verrückt, wer so etwas freiwillig macht, oder? Denke ich tatsächlich auch immer wieder. Aber es ist nun mal so, dass die Langdistanz sehr faszinierend ist und mich schon lange begeistert. Dazu kommt, dass die Challenge Roth ein wahres Spektakel ist und die Triathlonmassen begeistert. Dies hat man unter anderem daran gesehen, dass die 2000 Startplätze bei der Onlineanmeldung im Juli 2023 innerhalb von 30sec (kein Scherz) ausverkauft waren. Ich war einer der Glücklichen, die einen Platz erhalten haben. Und damit ging zumindest die mentale Vorbereitung auch schon los.

MEIN LEISTUNGSZIEL
Die sportliche Vorbereitung startete bei mir Anfang Oktober 2023. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass schon seit erfolgreicher Anmeldung ein ganz bestimmtes Ziel in meinem Kopf rumschwirrt, nämlich am 07. Juli 2024 in unter 9:00h die Langdistanz zu finishen. Eigentlich echt nicht so sinnvoll, wenn man bedenkt, dass auf dem Weg dorthin noch so unglaublich viel passieren kann, das nicht von mir beeinflussbar ist. Auch was an dem Tag passiert, kann ich nur teilweise beeinflussen. Klar, ich kann mich optimal auf den Tag vorbereiten, aber kann ich beeinflussen, ob es an dem Tag regnet, extrem windig sein oder vielleicht sogar 35°C im Schatten haben wird? Nein, definitiv nicht. Nichtsdestotrotz treibt mich dieses Leistungsziel jeden Tag aufs Neue im Training an. Es motiviert mich durchzuziehen, wenn es anstrengend wird, morgens um 5:30 Uhr zum Schwimmtraining aufzustehen, oder abends um 21:00 Uhr nach einem langen Arbeitstag noch auf dem Rollentrainer eine Radeinheit abzuspulen. Jedoch gibt mir dieses Ziel auch eine Richtung vor und bewahrt mich davor, nicht zu übertreiben. Denn ich muss es erstmal an die Startlinie schaffen, um nach dem Ziel zu greifen.
KEIN GUTER SAISONEINSTIEG
Wer mich kennt, weiß, gesund an der Startlinie zu stehen, ist leider keine Selbstverständlichkeit für mich. Die letzten drei Jahre waren ein stetiger Wechsel von überraschend guten sportlichen Leistungen und langwierigen Verletzungsphasen. Auch zu Beginn dieser Saison, also mit Trainingsstart im Oktober 2023, hatte ich wieder Knieprobleme, die mich in den ersten Wochen nur sehr eingeschränkt trainieren ließen, sodass ich schon nach kurzer Zeit infrage gestellt habe, ob ich es überhaupt an die Startlinie nach Roth schaffe. Und wenn ja, wie soll ich dann ernsthaft einen Marathon laufen, wenn ich gerade mal 30-35km pro Woche laufen kann, ohne dass die Schmerzen wieder zunehmen? Gleichzeitig hat mir diese etwas holprige Phase geholfen, mich ernsthaft zu hinterfragen und zu erkennen, was ich wirklich will: nämlich endlich wieder Spaß am Sport haben, verletzungsfrei trainieren können und gesund an der Startlinie zu stehen. Wenn ich das alles schaffe, dann stehe ich automatisch in der bestmöglichen Form am Start und habe die optimale Grundlage geschaffen, um meine beste Leistung abrufen zu können. Hat lange gebraucht, um das zu verinnerlichen. Seither arbeite ich täglich daran, die Prozesse, die dazu benötigt werden, zu optimieren. Soll heißen, ich arbeite mittlerweile konkret daran, das Verletzungsrisiko zu minimieren, indem ich mehr auf meinen Körper höre, mehr Regeneration einbaue und versuche, ausreichend zu schlafen (wobei aktuell die Betonung eher auf dem „versuche“ liegt …). Das große Ziel „Roth Finish in unter 9:00h“ ist nach wie vor sehr präsent, aber für das Training setze ich mir nun vermehrt Ziele, die ich beeinflussen kann und die mir ermöglichen, mich voll und ganz auf das zu konzentrieren, worauf es ankommt. Nämlich so genannte Prozessziele.
TRAININGSLAGER VS. REALITÄT
Wie im letzten Blog schon ausführlich berichtet, hatte ich über Silvester die Möglichkeit, ein wirklich erfolgreiches Trainingslager im Rahmen des HHT Silvester-Schwimmcamps auf Fuerteventura abzuhalten. Und seither fühle ich mich auch deutlich besser als noch im Oktober und November. Der Spaß ist da, die Kontinuität im Training ist nun auch schon seit einer Weile vorhanden und die ersten Formtests gaben auch Grund zum Optimismus.

Nun stehe ich jedoch Anfang des Jahres vor der Herausforderung, die guten Gefühle aus dem sonnigen Fuerteventura mit in den aktuell eher nasskalten Alltag zu überführen. Einfacher gesagt als getan. Die große Aufgabe besteht nun darin, den Sport neben Arbeit, Promotion und Ausbildung irgendwie noch unterzukriegen und dabei Körper und Kopf nicht zu überlasten. Spannende, aber definitiv auch herausfordernde Aufgabe. Bisher funktioniert es zum Glück (noch) ganz gut (außer halt diese Sache mit dem Schlaf). Mal sehen, wie die nächsten Wochen verlaufen, ob alles weiterhin „nach Plan“ verläuft oder ich euch beim nächsten Blog bereits von angepassten Zielen berichten werde. Wir werden es sehen.
Falls ihr euch aktuell in einer ähnlichen Situation befindet oder euch Themen besonders interessieren und ihr diese gerne im nächsten Blog beleuchtet haben möchtet, dann schreibt mir gerne!
Ich hoffe, euch haben die ersten Einblicke gefallen und mein sportlicher Weg hat euch bisher noch nicht gelangweilt.
In diesem Sinne, macht’s gut und bis zum nächsten Blog,
Euer Luca
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