ROAD TO ROTH #6

Roth kommt, Roth geht, ein weiteres
Highlight bleibt – Teil II

Am Ende von Teil I hatte ich die offenen Fragen gestellt, die mich in letzter Zeit umtrieben haben: Bin ich quasi verpflichtet, eine gute Leistung in Roth zu bringen? Immerhin haben viele Leute sehr viel Rücksicht die letzten Monate auf mich genommen. Was ist, wenn es jetzt aber mies läuft? Dann enttäusche ich doch alle, die so viel für mich aufgenommen haben und sicherlich auch Erwartungen an mich haben beim Wettkampf. Daraus resultiert schnell ein gewisser Druck, Leistung bringen zu müssen, den man auf einmal verspürt.

Was mir geholfen hat, mit diesen Gedanken umzugehen, war eine Art Gedankenstopp. Diesen habe ich vor kurzem mal reingehauen und mir dabei die Frage gestellt: Warum mache ich das alles? Meine Antwort: Aus Liebe zu diesem Sport! Ich liebe es, mich jeden Tag zu bewegen, meinen Körper im Training zu fühlen, gemeinsam mit Freunden Sport zu treiben und die Grenzen meiner sportlichen Leistungsfähigkeit zu erweitern. Und dafür brauche ich eigentlich keinen Wettkampf. Dieser ist vielmehr das i-Tüpfelchen, die Belohnung für das viele Training und der Tag, an dem ich genießen kann, wozu mein Körper zu leisten im Stande ist. Sich dieser Sache bewusst zu werden, hat mir spürbar den Druck genommen. Denn ich weiß nun wieder, warum ich diesen Sport mache, und das hängt nicht daran, wie gut meine Leistung an einem bestimmten Tag im Jahr sein wird. Nicht falsch verstehen, natürlich habe ich große Ziele für mein Langdistanzdebüt in Roth und werde alles versuchen, diese Ziele auch zu erreichen. Hinzu kommt, dass ich großes Vertrauen darin habe, dass ich eine sehr gute Leistung erbringen werde. Mein Motto am Renntag ist aber vor allem eines: Maximal viel Spaß und Freude haben! Denn es wird ein langer Tag, warum diesen also nicht mit maximal viel Spaß erleben?!

Und was kommt nun nach Roth?

Knapp eine Woche später steht dann auch schon mein zweites Highlight in diesem Jahr an. Ich würde sogar so weit gehen, dass es meine bisher größte akademische Herausforderung sein wird. Auf der europäischen Sportpsychologie-Konferenz (FEPSAC) in Innsbruck werde ich vor einer Vielzahl an sportpsychologischen Expert:innen aus der Wissenschaft und Praxis zwei Vorträge über Forschungsergebnisse meiner Promotion halten. Einer dieser Vorträge findet sogar im Rahmen eines Symposiums mit dem Wissenschaftler statt, auf dessen Forschung meine Promotion basiert. Zudem werden viele weitere Expert:innen (inklusive meiner Promotionsbetreuerin) im Raum sein und für gute 10 Minuten werden alle Augen und Ohren nur auf mich gerichtet sein. Druck? Nee, Quatsch, überhaupt nicht…

Foto: Vortrag im Rahmen des Schwimmcamps von Hannes Hawaii Tours.

Wie soll ich damit also bloß umgehen? Ich glaube, dass mir bei dieser Herausforderung mein Sportlerdasein zugutekommt. Denn egal, ob ich an der Startlinie eines Triathlons oder am Pult in einem Konferenzraum stehe, ich will immer die bestmögliche Leistung erbringen. Mir hilft dabei auch der Gedanke, dass all diese Herausforderungen doch vor allem eines sind: Die Belohnung für jahrelange akribische und disziplinierte Arbeit. Genau wie beim Sport habe ich auch in diesem Fall Vertrauen in mich selbst, dass ich das gut meistern werde. Und genau wie im Sport werden Menschen an meiner Seite stehen, die mich dabei unterstützen werden.

Ihr seht also, es stehen sehr spannende Wochen vor mir. Ich bin selbst gespannt, wie es laufen wird und hoffe nun einfach, dass ich auf den letzten Metern gesund bleibe und dann topfit an den Startlinien meiner Jahreshighlights stehen werde. Und danach? Dann wird das Erlebte verarbeitet und auch mal gefeiert. Denn das darf bzw. muss auch sein. 😉

Damit soll es das für die beiden Jahreshighlights vorerst gewesen sein. Schreibt mir gerne, wenn ihr eure Gedanken zu dem Thema mit mir teilen wollt. Ich freu mich drauf.

In diesem Sinne, macht’s gut und bis zum nächsten Blog,
Euer Luca

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