Erfüllte Träume und verpasste Chancen
Ich habe euch versprochen, dass es bis zum nächsten Blog nicht allzu lange dauern wird. Mittlerweile hatte ich ein wenig Zeit, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und einiges zu reflektieren. Dadurch haben sich 3 Key Learnings für mich herauskristallisiert, die ich weiter unten im Text gerne mit euch teilen möchte.
Dafür nochmal ein kurzer Blick zurück: Meine vergangene sportliche Saison betrachte ich mittlerweile sowohl mit einem lachenden als auch einem weinenden Auge. Mit meinem Langdistanzdebüt in Roth habe ich ein lang ersehntes Ziel erreicht. Vor allem wenn ich die schwierige Vorbereitung auf diesen einen Tag berücksichtige, grenzt es für mich an ein persönliches kleines Wunder, dass ich die Langdistanz so erfolgreich ins Ziel bringen konnte. Gleichzeitig lief das sportliche Jahr ganz anders als geplant und mein Rückblick ist auch geprägt von vielen Verletzungen und Herausforderungen in dieser Saison, welche schlussendlich vorzeitig verletzungsbedingt zu Ende ging. Das schmerzt, aber im Endeffekt war es das logische Ende. Bereits während der Saison, aber insbesondere in letzter Zeit haben sich für mich deshalb 3 „Key Learnings“ besonders herausgestellt, die ich nun gerne mit euch teile.
Rückblick und Ausblick: Meine 3 Key Learnings
- Ziele aufschreiben ist gut, sie mit Leben zu füllen ist besser
Wie in den letzten beiden Jahren auch, habe ich mir zu Saisonbeginn im September 2023 meine Ziele für das kommende Jahr auf ein weißes Papier geschrieben und aufgehangen. Schonmal gut, da Ziele durchaus greifbarer werden, wenn wir sie uns aufschreiben, anstatt sie nur in unserem Kopf zu haben. Eines meiner größten Ziele war dabei „verletzungsfrei bleiben“. Wie wir gesehen haben, hat das nicht ganz so gut funktioniert. Im Nachgang habe ich festgestellt, dass es zwar gut ist, sich Ziele zu setzen und diese aufzuschreiben, aber dazu gehören dann auch Gedanken, wie wir diese Ziele erreichen können. Ich habe mir beispielsweise nichts dazu aufgeschrieben, wie ich es schaffen kann, „verletzungsfrei“ zu bleiben. Und ehrlicherweise habe ich das Ziel auch nicht mit Leben gefüllt. Für die kommende Saison werde ich mir das Ziel „verletzungsfrei bleiben“ wieder setzen. Nur dieses Mal werde ich mir konkrete Gedanken dazu machen, wie ich es auch erreichen kann (z. B. Schlafqualität erhöhen, Stress reduzieren).
2. Gesundheit steht an erster Stelle
Leistung geht nicht ohne Gesundheit. Es ist die Krux des Leistungssports, dass man einerseits bewusst diesen schmalen Grat zwischen topfit und verletzt gehen muss, um Höchstleistungen aus dem Körper herauszukitzeln, und andererseits derselbe Körper unser Kapital ist, welches es unbedingt zu schützen gilt. Ohne Frage, ein wirklich schwieriges Unterfangen. Dennoch hilft uns selbst die beste sportliche Form nichts, wenn wir es nicht an die Startlinie schaffen. Ich werde sicherlich auch in Zukunft wieder diesen schmalen Grat besteigen. Aber ich habe mir fest vorgenommen, meine Gesundheit an erster Stelle zu sehen und Handlungen dahingehend auszuführen, die dazu beitragen, diese zu schützen. Sei es das Streichen einer Trainingseinheit, wenn der Körper am Anschlag ist, oder Sport, Beruf und private Termine besser in Einklang zu bringen. Denn eines ist klar: Wir haben nur dieses eine Leben und diesen einen Körper, welcher im besten Fall lange funktionsfähig bleibt.
Dazu gehört auch, erkältungs- und verletzungsbedingte Trainingspausen nicht mit Erholung gleichzusetzen. Dabei ist es ganz egal, ob es eine kleine Haut-OP ist, oder eine Erkältung, weshalb man ein paar Tage aussetzen muss. Es ist wichtig, solche sportfreien Phasen nicht als körperliche Erholung zu interpretieren. Unser Körper ist in dieser Zeit vielmehr damit beschäftigt, daran zu arbeiten, wieder zu gesunden. Und das erfordert Energie. Diese sportfreie Zeit sollte insbesondere der körperlichen Erholung dienen, sprich Schlafdauer hoch, Stress runter. Klar, es bietet sich schon auch an, diese Zeit mehr in andere Lebensbereiche zu investieren, aber dies stets mit der Prämisse, dass die Gesundheit ganz oben steht. Kleiner Tipp: Sich übermäßig mit Arbeit vollladen, um diese Zeit „sinnvoll“ zu nutzen, gehört nicht unbedingt dazu. Und noch weniger sinnvoll wäre es anzunehmen, dass unser Körper nach solchen Trainingspausen ausgeruht und erholt sei und somit direkt wieder sportlich voll loslegen kann. Nein, vielmehr bedarf es eines ruhigen Wiedereinstiegs. Ich habe mir zum Beispiel nun vorgenommen, die Wiedereinstiegswoche nach Krankheit oder Verletzung als Entlastungswoche zu planen, sprich nur so viel zu trainieren, als wäre ich in einer ruhigeren Woche zwischen „normalen“ Trainingswochen. Ich will mich außerdem stets daran erinnern, dass erkältungs- und verletzungsbedingte Trainingspausen nicht gleichzusetzen sind mit Erholung für meinen Körper. Denn schlussendlich ist es stets besser, mit unserem Körper zu arbeiten und nicht gegen ihn. 😉

3. Dankbarkeit und Wertschätzung
Kommen wir zum dritten und letzten Learning: Dankbarkeit und Wertschätzung! Wie häufig nehmen wir Dinge einfach nur zur Kenntnis, haken sie ab und machen weiter? Sei es ein erfolgreiches sportliches Abschneiden, eine sehr gute Note in einer Prüfung, der Abschluss des Studiums/der Ausbildung oder das erfolgreiche Abschließen eines langwierigen beruflichen Projekts. Irgendwie schade, wenn wir die großartigen Leistungen, die wir erreichen, nicht auch entsprechend würdigen und feiern. Ich beobachte mich und andere Menschen in meinem Umfeld immer wieder dabei, wie das Erreichen wichtiger (beruflicher, sportlicher, privater) Zwischenziele einfach so hingenommen wird. Immerhin waren das ja nur Zwischenschritte und es gibt noch viel zu tun. Aber genau auf diese Zwischenziele kommt es doch an. Diese ebenen uns den Weg, um das große Ganze zu erreichen und genau deshalb ist es wichtig, das Erreichen dieser wertzuschätzen und dankbar dafür zu sein. Das Wichtige bei dieser Erkenntnis bezieht sich aber nicht auf das Erreichen von Zwischenzielen, sondern auf die Wertschätzung und Dankbarkeit. Ich glaube, dass es nicht nur mir guttut, dankbar zu sein, für die Mitmenschen und Wegbegleiter, die uns unterstützen, uns aber auch hin und wieder kritisch hinterfragen. Für die kleinen, alltäglichen Dinge im Leben, die uns Freude bereiten. Für die Entscheidungen, die wir treffen und die uns neue Wege eröffnen. Und schlussendlich finde ich es wichtig, innezuhalten und wertzuschätzen, was wir können, was wir bereits geleistet haben und auch, was andere Menschen dafür hingeben, damit wir unsere Ziele erreichen.
Zeit zur Selbstreflexion

Das waren meine drei wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus den letzten Monaten bzw. der letzten Saison gezogen habe. Ich kann euch allen nur ans Herz legen, euch auch hin und wieder die Zeit zur Selbstreflexion zu nehmen. Dieses „Innehalten, Nachdenken und Schlüsse daraus ziehen“ kann echt befreiend wirken, indem Vergangenes abgeschlossen und hinter sich gelassen wird. Und gleichzeitig gibt es Motivation, zukünftige Projekte anzupacken und von vornhinein in die richtige Richtung zu lenken.
In diesem Sinne, macht’s gut, viel Spaß bei der Selbstreflexion und bis zum nächsten Blog,
Euer Luca
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