L wie Langdistanz #4

Das Jetzt und Hier

Hast du es auch schon bemerkt? Die Tage werden merklich wieder etwas länger. Im Kontext „Langdistanz-Training“ bedeutet das für mich: Zeit, die Kilometer und Stunden auf dem Rad nach oben zu schrauben. Bist du mit dabei?

Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen Spaß daran habe, auf der Rolle zu sitzen. Bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen sammle ich alle Kilometer auf dem Rad draußen. Passend dazu steht im Februar auch ein einwöchiges (Rad)Trainingslager auf Teneriffa auf dem Programm. Schöne Bilder aus der Sonne gibt’s dann in ein paar Wochen zu sehen. In diesem Blog geht es vielmehr um das Jetzt und Hier im Winter zu Hause und den aktuellen Status Quo.

Schwimmen kann er doch

In Blog #2 ging es um meine (bisher nicht) vorhandene Schwimmqualität und den Fortschritt, den ich die letzten Jahre im Wasser erzielt hatte. Dabei habe ich mich bereits weit aus dem Fenster gelehnt und behauptet, dass ich nach einem vierwöchigen Schwimmblock sicher eine neue Bestzeit auf 400m schwimmen werde. Gesagt, getan. 6:19 Minuten (1:35/100m) standen auf der Uhr und damit 4 Sekunden auf 100m schneller als meine bisherige Bestzeit. Die Zusatzstunden im Wasser wurden also belohnt, was wiederum eine ganze Menge Motivation für die kommende Zeit mit sich bringt. Das Ziel ist es nun, diese Pace mit auf die längeren Distanzen zu nehmen. Der Wunsch wäre natürlich, dass diese Pace nicht für 400m, sondern für 3,8km gehalten werden kann. Man muss nicht gut in Mathe sein um zu erkennen, dass da noch einige Meter dazwischen liegen. Und man muss auch kein Sport studiert haben, um zu erkennen, dass da auch noch einige Trainingsstunden dazwischen liegen werden…

«Ironman? Der Fabian? Aber der kann doch überhaupt nicht schwimmen (grinst).» 

Die Aussage unseres damaligen Sportlehrers* vor meinem Ironman 2021, als mein Bruder ihn zufällig getroffen hatte und er wissen wollte, was ich gerade so mache.
*Lieblingssportlehrers 😉

1/4 Ironman: Zahlen & Fakten

Die ersten drei Monate meiner neunmonatigen Vorbereitung auf den Ironman Frankfurt habe ich bereits hinter mir. Es ist nicht nur verrückt, wie schnell die Zeit seitdem vergangen ist, sondern auch, wie schnell meine eigenen Zeiten im Vergleich zu meinen bisherigen Bestwerten bereits sind. Zum Abschluss der ersten drei Trainingsmonate habe ich eine Olympische Distanz im Training absolviert, um einen validen Status Quo zu erhalten. Nicht direkt nacheinander weg, aber alle drei Disziplinen an einem Tag. Ich hatte mich entschieden, diese nach Gefühl bzw. Herzfrequenz zu pacen und zwar in den Zonen, in denen ich zumindest mal locker auch eine Halbdistanz zurücklegen könnte. Welche Werte und Zeiten dann dabei rauskommen, das war die Frage, mit folgenden Antworten:

  • Schwimmen: 3x 500m auf der 25m-Bahn in 1:45/100m
  • Radfahren: 37km wellig mit (normalized) 229 Watt (32,4 km/h und durchschnittlichem Puls von 155HF)
  • Laufen: 10km flach in 4:22/km und einem durchschnittlichen Puls von 167HF (wobei ich beim Laufen von Natur aus einen verhältnismäßig eher hohen Puls bei bereits geringeren Geschwindigkeiten besitze)

Dass sich kontinuierliches Training positiv auf die eigene Leistungsfähigkeit auswirkt, ist kein Geheimnis. Dennoch heißt das nicht, dass sich die Zeiten sofort und so merklich verbessern müssen. Ich nehme das momentan einerseits sehr zufrieden zur Kenntnis, andererseits ist es auch nicht immer gut, wenn alles so früh so wunderbar zusammenläuft. Immerhin ist der Tag X, an dem es zählt, noch ein ganzes Stück weit weg. Und am Ende zählt es eben dort und zwar nur dort.

Die Gefahr, dass ich bereits weit vor dem Ironman Frankfurt meine Topform erreicht habe – die ich bis zum Race nicht halten kann – ist durchaus gegeben. Daher bin ich gut beraten, den eigenen Fortschritt weiter fleißig zu beobachten und entsprechend auch die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Fernab von Metriken

Je öfter du Sport treibst, desto mehr wirst auch du zwangsläufig in die Welt von Kilometern und Zeiten und Wattwerten und Herzfrequenzen und was es nicht sonst noch alles gibt, eintauchen. Kleiner Tipp an der Stelle: Um langfristig Freude am Sport zu haben, lass manchmal Werte auch einfach Werte sein. Lass die Uhr zur Aufzeichnung auch einfach mal zu Hause und streue ab und zu eine Einheit ein, die nicht auf STRAVA auftaucht. Mach in dem Moment einfach das, auf was du gerade richtig Bock hast. Egal ob es aus trainingswissenschaftlicher Sicht Sinn ergibt oder nicht. Die Freude, die dir diese Einheit in dem Moment bereitet, ist vermutlich mehr Wert, als irgendeine Herzfrequenz-Zone als Amateur und Hobbyathlet genau getroffen zu haben – egal, wie ambitioniert du dabei auch bist.

Ziele setzen

Ich habe mein Ziel bereits vor Monaten gesetzt und arbeite, wie du lesen kannst, fleißig daran, dies auch zu erreichen. Bist du grundsätzlich auch motiviert, dich mal wieder zu einer Laufveranstaltung oder sogar einem Triathlon anzumelden, hast es aber irgendwie noch nicht geschafft? „Volition“ ist hier dein Stichwort. Um dir den letzten Schub zu geben, damit du dich ebenfalls zu (d)einem Event anmeldest, empfehle ich dir zum Abschluss noch Lucas Newsletter zum Thema „Volition“. Dieser ging Ende letzten Jahres bereits raus, bleibt als Thema aber dauerhaft aktuell. 😉

Auf was wartest du noch? Anmelden!

Bis zum nächsten Blog und liebe Grüße,
Fabian

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